Krisenkommunikation Schweiz | Konzept & Krisenstab-Beratung

Krisenkommunikation Schweiz | Konzept & Krisenstab-Beratung

Eine professionelle Krisenkommunikation entscheidet in kritischen Situationen darüber, ob ein Unternehmen Vertrauen bewahrt, Orientierung schafft und handlungsfähig bleibt – oder ob Unsicherheit, Spekulationen und Reputationsschäden die Krise zusätzlich verschärfen. Gerade in der Schweiz erwarten Mitarbeitende, Kunden, Behörden, Medien, Eigentümer und weitere Anspruchsgruppen eine schnelle, klare und glaubwürdige Kommunikation.

Wir unterstützen Unternehmen, Organisationen und Behörden bei der Entwicklung, Prüfung und Umsetzung wirksamer Krisenkommunikationskonzepte. Dazu gehören Rollen und Verantwortlichkeiten, Freigabeprozesse, Kommunikationswege, Kernbotschaften, Medienarbeit, Social-Media-Kommunikation, Q&A-Dokumente, Vorlagen, Alarmierungsprozesse sowie die Einbindung der Kommunikation in den Krisenstab.

Ziel ist eine Krisenkommunikation, die nicht erst in der Krise improvisiert wird, sondern vorbereitet, trainiert und organisatorisch verankert ist.

Was ist Krisenkommunikation?

Krisenkommunikation umfasst alle Kommunikationsmassnahmen, mit denen ein Unternehmen während einer Krise intern und extern informiert, Orientierung schafft, Vertrauen sichert und die eigene Handlungsfähigkeit sichtbar macht. Sie ist ein zentraler Bestandteil des Krisenmanagements und verbindet strategische Kommunikation mit operativer Lagebewältigung.

Krisenkommunikation richtet sich an unterschiedliche Anspruchsgruppen. Dazu gehören insbesondere Mitarbeitende, Führungskräfte, Kunden, Lieferanten, Behörden, Medien, Öffentlichkeit, Eigentümer, Verwaltungsrat, Partnerorganisationen und je nach Ereignis auch Betroffene, Angehörige oder Nachbarschaft.

Eine wirksame Krisenkommunikation beantwortet nicht nur die Frage, was kommuniziert wird, sondern auch:

  • wer kommuniziert,
  • wann kommuniziert wird,
  • über welche Kanäle kommuniziert wird,
  • welche Botschaften freigegeben sind,
  • wie Medienanfragen behandelt werden,
  • wie interne und externe Informationen abgestimmt werden,
  • wie mit Gerüchten, Falschinformationen und Social-Media-Dynamik umgegangen wird.

Professionelle Krisenkommunikation ist sachlich, empathisch, konsistent und lagegerecht. Sie vermeidet Spekulationen, verschweigt Unsicherheiten nicht und stellt sicher, dass alle Kommunikationsmassnahmen mit der tatsächlichen Lagebewältigung abgestimmt sind.

Warum ein Krisenkommunikationskonzept notwendig ist

In einer Krise bleibt kaum Zeit, Kommunikationsprozesse neu zu definieren. Ereignisse wie Cyberangriffe, Unfälle, Betriebsunterbrüche, Reputationskrisen, Produktrückrufe, Naturereignisse oder sicherheitsrelevante Vorfälle erzeugen sofortigen Informationsdruck. Mitarbeitende wollen wissen, was gilt. Kunden erwarten Orientierung. Medien stellen Fragen. Behörden benötigen belastbare Informationen. In sozialen Medien entstehen innert Minuten Bewertungen, Vermutungen und teilweise Falschinformationen.

Ein Krisenkommunikationskonzept schafft dafür die notwendige Grundlage. Es legt fest, wie das Unternehmen in einer Krise kommuniziert, welche Rollen zuständig sind, wie Freigaben erfolgen und welche Inhalte vorbereitet werden können.

Ohne Krisenkommunikationskonzept entstehen häufig typische Schwachstellen:

  • unklare Zuständigkeiten,
  • widersprüchliche Aussagen,
  • zu langsame Reaktionszeiten,
  • fehlende Freigabeprozesse,
  • unsichere Medienauftritte,
  • unkoordinierte interne Informationen,
  • verspätete Kundenkommunikation,
  • unkontrollierte Social-Media-Dynamik,
  • fehlende Q&A-Dokumente,
  • Reputationsschäden durch Kommunikationslücken.

Ein gutes Konzept verhindert nicht jede Krise. Es sorgt aber dafür, dass Kommunikation auch unter Zeitdruck strukturiert, glaubwürdig und abgestimmt bleibt.

Ziele der Krisenkommunikation

Die Krisenkommunikation verfolgt mehrere Ziele gleichzeitig. Sie soll informieren, Vertrauen erhalten, Orientierung schaffen und die Bewältigung der Krise unterstützen. Entscheidend ist, dass Kommunikation nicht losgelöst vom Krisenmanagement erfolgt, sondern eng mit Lagebild, Entscheidungsfindung und Massnahmensteuerung verbunden ist.

Zentrale Ziele der Krisenkommunikation sind:

  • Vertrauen sichern: Anspruchsgruppen sollen erkennen, dass das Unternehmen die Lage ernst nimmt und aktiv handelt.
  • Orientierung geben: Mitarbeitende, Kunden und Partner benötigen klare Informationen darüber, was passiert ist, was gilt und was als Nächstes folgt.
  • Spekulationen reduzieren: Eine frühe, sachliche Kommunikation verhindert Informationslücken, in denen Gerüchte entstehen.
  • Reputation schützen: Glaubwürdige Kommunikation reduziert den langfristigen Schaden für Marke, Führung und Organisation.
  • Handlungsfähigkeit zeigen: Die Organisation muss sichtbar machen, dass Verantwortlichkeiten, Prozesse und Massnahmen funktionieren.
  • Betroffene berücksichtigen: Kommunikation muss sachlich, aber auch empathisch gegenüber Betroffenen, Angehörigen, Mitarbeitenden und Kunden sein.
  • Medien professionell bedienen: Medienanfragen müssen koordiniert, konsistent und zeitgerecht beantwortet werden.
  • Rechtliche und regulatorische Anforderungen beachten: Aussagen müssen mit Compliance, Datenschutz, Arbeitsrecht, Meldepflichten und Behördenkommunikation abgestimmt sein.

Krisenkommunikation ist damit nicht nur Öffentlichkeitsarbeit. Sie ist ein strategisches Führungsinstrument in kritischen Lagen.

Krisenkommunikation im Krisenstab

Die Krisenkommunikation muss fest im Krisenstab verankert sein. Kommunikation ist keine nachgelagerte Aufgabe, sondern Teil der Lagebeurteilung, Entscheidungsfindung und Massnahmensteuerung. Jede Entscheidung des Krisenstabs hat potenzielle Auswirkungen auf Mitarbeitende, Kunden, Behörden, Medien und Öffentlichkeit.

Im Krisenstab sollte die Kommunikationsfunktion deshalb von Beginn an vertreten sein. Sie benötigt Zugriff auf das aktuelle Lagebild, Informationen zu Massnahmen, Einschätzungen der Fachbereiche und Entscheidungen der Krisenstabsleitung. Nur so können Botschaften realistisch, abgestimmt und glaubwürdig formuliert werden.

Typische Aufgaben der Krisenkommunikation im Krisenstab sind:

  • Kommunikationslage beurteilen,
  • Anspruchsgruppen identifizieren und priorisieren,
  • Kommunikationsbedarf je Zielgruppe festlegen,
  • Kernbotschaften formulieren,
  • Medienanfragen koordinieren,
  • interne Kommunikation vorbereiten,
  • externe Statements erstellen,
  • Social-Media-Lage beobachten,
  • Q&A-Dokumente laufend aktualisieren,
  • Freigaben sicherstellen,
  • Kommunikationsmassnahmen dokumentieren.

Besonders wichtig ist der Zeittakt. In vielen Krisen braucht es frühzeitig ein erstes sogenanntes Holding Statement. Dieses muss nicht alle Details enthalten, sollte aber zeigen, dass das Unternehmen informiert ist, die Lage prüft, Massnahmen eingeleitet hat und zu gegebener Zeit weiter informiert.

Rollen, Verantwortlichkeiten und Freigabeprozesse

Eine wirksame Krisenkommunikation benötigt klare Rollen. In der Krise darf nicht unklar sein, wer Aussagen formuliert, wer sie prüft, wer sie freigibt und wer sie kommuniziert.

Typische Rollen im Krisenkommunikationskonzept sind:

Geschäftsleitung / Verwaltungsrat
Die oberste Führung trägt die Gesamtverantwortung für strategische Aussagen, reputationsrelevante Entscheidungen und die Positionierung des Unternehmens.

Krisenstabsleitung
Sie stellt sicher, dass Kommunikation mit Lagebild, Entscheidungen und operativen Massnahmen abgestimmt ist.

Leitung Kommunikation
Sie steuert die interne und externe Krisenkommunikation, koordiniert Kanäle, Botschaften, Medienarbeit und Kommunikationsfreigaben.

Mediensprecherin oder Mediensprecher
Diese Person tritt gegenüber Medien und Öffentlichkeit auf. Sie muss vorbereitet, medientrainiert und mit den freigegebenen Kernbotschaften vertraut sein.

Fachverantwortliche
Fachbereiche wie IT, Sicherheit, Produktion, HR, Recht, Compliance, Datenschutz oder Betrieb liefern belastbare Informationen zur Lage und zu Massnahmen.

Legal, Compliance und Datenschutz
Diese Funktionen prüfen Aussagen auf rechtliche Risiken, Meldepflichten, Datenschutzfragen und regulatorische Vorgaben.

HR / People & Culture
HR unterstützt die Kommunikation gegenüber Mitarbeitenden, Führungskräften, Angehörigen und internen Anspruchsgruppen.

Kunden- und Partnermanagement
Diese Rolle stellt sicher, dass Kunden, Lieferanten, Geschäftspartner und Key Accounts abgestimmt informiert werden.

Der Freigabeprozess sollte einfach, schnell und krisentauglich sein. Zu viele Freigabestufen führen zu Verzögerungen. Zu wenige Freigaben erhöhen das Risiko falscher oder rechtlich problematischer Aussagen. Das Konzept sollte deshalb klar definieren, welche Aussagen durch wen freigegeben werden und welche vorbereiteten Texte im Ereignisfall sofort verwendet werden dürfen.

Interne Krisenkommunikation

Die interne Krisenkommunikation ist häufig der wichtigste, aber unterschätzte Teil der Krisenkommunikation. Mitarbeitende erfahren Krisen oft schneller über Medien, Kunden, Social Media oder Gerüchte als über die eigene Organisation. Das schwächt Vertrauen und kann die Lage verschärfen.

Eine gute interne Krisenkommunikation sorgt dafür, dass Mitarbeitende zeitnah, verständlich und konsistent informiert werden. Sie erklärt, was bekannt ist, welche Massnahmen gelten, was Mitarbeitende tun sollen und wo sie weitere Informationen erhalten.

Wichtige Zielgruppen der internen Krisenkommunikation sind:

  • Geschäftsleitung und Verwaltungsrat,
  • Führungskräfte,
  • Mitarbeitende,
  • Krisenstab und Fachstäbe,
  • Standortverantwortliche,
  • Aussendienst und Kundenkontaktstellen,
  • HR, IT, Sicherheit und Kommunikation,
  • externe Dienstleister mit operativer Bedeutung.
  • Mögliche interne Kommunikationskanäle sind E-Mail, Intranet, Teams, SMS-Alarmierung, Telefonkonferenz, Führungskaskade, Mitarbeitenden-Hotline, Standortinformationen oder persönliche Briefings.

Besonders wichtig ist die Führungskommunikation. Führungskräfte müssen wissen, was sie ihren Teams sagen können, welche Fragen offen sind und welche Aussagen nicht gemacht werden dürfen. Dafür eignen sich kurze Führungsbriefings, Q&A-Dokumente und vorbereitete Sprachregelungen.

Externe Krisenkommunikation: Medien, Kunden, Behörden, Öffentlichkeit

Externe Krisenkommunikation muss unterschiedliche Anspruchsgruppen gezielt ansprechen. Nicht jede Zielgruppe benötigt dieselbe Information, aber alle Aussagen müssen zueinander passen. Widersprüche zwischen Medienmitteilung, Kundeninformation, Behördenmeldung und Social-Media-Post können die Glaubwürdigkeit erheblich schwächen.

Medienkommunikation
Medien benötigen klare, belastbare und zeitnahe Informationen. Dazu gehören eine zentrale Medienstelle, definierte Sprecherinnen und Sprecher, vorbereitete Statements, Medienmitteilungen, Q&A-Dokumente und ein strukturierter Umgang mit Interviewanfragen.

Kundenkommunikation
Kunden wollen wissen, ob Leistungen, Produkte, Lieferungen, Daten, Termine oder vertragliche Verpflichtungen betroffen sind. Die Kommunikation sollte konkret, lösungsorientiert und zielgruppengerecht sein.

Behördenkommunikation
Je nach Ereignis sind Behörden, Regulatoren, Blaulichtorganisationen, Datenschutzstellen oder Aufsichtsbehörden einzubinden. Die Kommunikation muss sachlich, vollständig und mit internen Meldepflichten abgestimmt sein.

Öffentlichkeit und Nachbarschaft
Bei Ereignissen mit öffentlicher Wirkung, Sicherheitsfragen, Umwelteinflüssen oder Reputationsrisiken kann auch die breitere Öffentlichkeit betroffen sein. In solchen Fällen sind Transparenz, Empathie und Konsistenz besonders wichtig.

Lieferanten und Partner
Geschäftspartner benötigen Informationen zu Auswirkungen auf Zusammenarbeit, Lieferfähigkeit, Schnittstellen, Sicherheit und weitere Massnahmen.

Die externe Kommunikation sollte immer mit der internen Kommunikation abgestimmt werden. Mitarbeitende dürfen nicht erst aus den Medien erfahren, was das Unternehmen öffentlich kommuniziert.

Social Media, Monitoring und Umgang mit Fake News

Social Media hat die Krisenkommunikation grundlegend verändert. Informationen, Bilder, Einschätzungen und Gerüchte verbreiten sich heute in Echtzeit. Unternehmen müssen deshalb wissen, was online über die Krise gesagt wird, welche Themen sich entwickeln und ob Falschinformationen entstehen.

Ein professionelles Krisenkommunikationskonzept definiert deshalb auch das Social-Media-Monitoring. Dabei werden relevante Plattformen, Medien, Kommentare, Suchbegriffe, Hashtags, Bewertungen und öffentliche Diskussionen beobachtet. Ziel ist nicht, jede Kritik zu unterdrücken, sondern frühzeitig zu erkennen, welche Fragen, Sorgen oder falschen Annahmen entstehen.

Wichtige Massnahmen im Umgang mit Social Media und Fake News sind:

  • Monitoring relevanter Plattformen,
  • Erkennen von Gerüchten und Falschinformationen,
  • Bewertung der Reichweite und Relevanz,
  • klare Zuständigkeit für Reaktionen,
  • vorbereitete Social-Media-Statements,
  • Verweis auf eine zentrale Informationsquelle,
  • rasche Korrektur falscher Tatsachenbehauptungen,
  • keine emotionalen oder spekulativen Reaktionen,
  • Dokumentation kritischer Beiträge.

Bei grösseren Krisen kann eine zentrale Darksite oder Kriseninformationsseite sinnvoll sein. Dort werden bestätigte Informationen, Updates, Kontaktangaben und häufige Fragen gebündelt. Social-Media-Beiträge können auf diese zentrale Quelle verweisen.

Gerade bei Cyberangriffen, Reputationskrisen oder Ereignissen mit hoher öffentlicher Aufmerksamkeit ist Social-Media-Kommunikation ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Sprachregelungen, Kernbotschaften und Q&A

Krisenkommunikation braucht klare Sprache. In einer Krise entstehen viele Fragen, aber nicht immer liegen alle Antworten sofort vor. Umso wichtiger sind vorbereitete Sprachregelungen, Kernbotschaften und Q&A-Dokumente.

Kernbotschaften sollten kurz, verständlich und belastbar sein. Sie erklären, was geschehen ist, was aktuell bekannt ist, welche Massnahmen eingeleitet wurden, wer betroffen ist und wann weitere Informationen folgen.

Eine gute Kernbotschaft enthält in der Regel fünf Elemente:

  1. Was ist bekannt?
  2. Was ist noch in Abklärung?
  3. Welche Massnahmen wurden eingeleitet?
  4. Was bedeutet das für Betroffene?
  5. Wann und wo folgen weitere Informationen?

Q&A-Dokumente helfen, schwierige Fragen einheitlich zu beantworten. Sie sind besonders wichtig für Medienarbeit, Kundenservice, Führungskräfte, Hotline, Empfang, Social Media und externe Sprecherinnen und Sprecher.

Typische Q&A-Fragen sind:

  • Was ist passiert?
  • Seit wann ist das Unternehmen informiert?
  • Wer ist betroffen?
  • Besteht Gefahr für Personen, Daten, Kunden oder Betrieb?
  • Welche Massnahmen wurden eingeleitet?
  • Wurden Behörden informiert?
  • Gibt es rechtliche oder regulatorische Konsequenzen?
  • Wann ist mit weiteren Informationen zu rechnen?
  • Wie können sich Betroffene melden?
  • Wer spricht offiziell für das Unternehmen?

Wichtig ist auch, festzulegen, was nicht gesagt werden darf. Dazu gehören Spekulationen, Schuldzuweisungen, nicht bestätigte Zahlen, vertrauliche Informationen, personenbezogene Daten oder Aussagen, die rechtliche Verfahren beeinträchtigen könnten.

Krisenkommunikation bei Cyberangriffen, Unfällen, Reputationskrisen und Betriebsunterbrüchen

Krisenkommunikation muss auf unterschiedliche Krisenszenarien vorbereitet sein. Jedes Ereignis hat eigene Dynamiken, Zielgruppen und Kommunikationsrisiken.

Krisenkommunikation bei Cyberangriffen
Bei Cyberangriffen entstehen schnell Unsicherheit und Vertrauensverlust. Kunden, Mitarbeitende, Partner, Medien und Behörden wollen wissen, ob Daten betroffen sind, welche Systeme verfügbar sind und welche Schutzmassnahmen ergriffen wurden.

Wichtige Kommunikationsinhalte bei Cyberkrisen sind:

  • betroffene Systeme und Leistungen,
  • mögliche Auswirkungen auf Daten,
  • Massnahmen zur Eindämmung,
  • Einbindung von IT, Datenschutz und Behörden,
  • Kundeninformationen,
  • Verhaltensanweisungen für Mitarbeitende,
  • Updates zur Wiederherstellung,
  • Hinweise zu Phishing, Betrugsversuchen oder Folgeangriffen.

Die Kommunikation muss eng mit IT, Datenschutz, Legal, Compliance und Geschäftsleitung abgestimmt werden.

Krisenkommunikation bei Unfällen und Notfällen
Bei Unfällen, Evakuierungen, Personenschäden oder sicherheitsrelevanten Ereignissen steht der Schutz von Menschen im Mittelpunkt. Kommunikation muss schnell, empathisch und verantwortungsvoll erfolgen.

Wichtig sind Informationen zu Sicherheit, Sofortmassnahmen, Ansprechpartnern, Unterstützung für Betroffene, Behördenkoordination und weiteren Schritten. Spekulationen über Ursachen sind zu vermeiden, solange die Abklärungen laufen.

Krisenkommunikation bei Reputationskrisen
Reputationskrisen können durch Fehlverhalten, öffentliche Vorwürfe, Compliance-Fälle, Medienberichte, Social-Media-Dynamik oder Stakeholder-Konflikte entstehen. Hier ist die kommunikative Lage oft besonders sensibel.

Entscheidend sind eine schnelle Lagebeurteilung, klare Verantwortlichkeiten, glaubwürdige Aussagen, saubere Faktenprüfung und ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Kommunikation, Recht, Compliance und Geschäftsleitung.

Krisenkommunikation bei Betriebsunterbrüchen
Bei Betriebsunterbrüchen, Lieferausfällen, Standortproblemen, technischen Störungen oder Ausfällen kritischer Dienstleistungen steht die Handlungsfähigkeit im Fokus. Kunden und Partner erwarten konkrete Informationen zu Auswirkungen, Alternativen, Wiederherstellung und Zeitplan.

Hier muss die Krisenkommunikation eng mit Business Continuity Management, Betrieb, IT, Logistik, Kundenservice und Führung abgestimmt werden.

Vorlagen und Hilfsmittel für die Krisenkommunikation

Ein Krisenkommunikationskonzept wird erst dann praxistauglich, wenn es mit konkreten Vorlagen und Hilfsmitteln ergänzt wird. Diese ermöglichen eine schnelle Reaktion und reduzieren Fehler unter Zeitdruck.

Bewährte Vorlagen für die Krisenkommunikation sind:

  • Krisenkommunikationsplan,
  • Stakeholder-Matrix,
  • Alarmierungs- und Kontaktliste,
  • Rollenbeschreibung Kommunikation im Krisenstab,
  • Erstmeldung / Holding Statement,
  • Medienmitteilung,
  • internes Mitarbeitenden-Update,
  • Führungskräfte-Briefing,
  • Kundeninformation,
  • Lieferanten- und Partnerinformation,
  • Behördeninformation,
  • Social-Media-Statement,
  • Q&A-Dokument,
  • Sprachregelung,
  • Darksite-Text,
  • Medienmonitoring-Protokoll,
  • Kommunikationslogbuch,
  • Checkliste Medienanfragen,
  • Checkliste Freigabeprozess,
  • Checkliste Nachbearbeitung und Lessons Learned.

Vorlagen sollten nicht zu generisch sein. Sie müssen zur Organisation, Branche, Sprache, Unternehmenskultur und Risikolage passen. Besonders wichtig ist, dass Vorlagen regelmässig aktualisiert und in Übungen getestet werden.

Eine gute Vorlage beantwortet nicht alles im Voraus, gibt aber Struktur. Sie hilft dem Krisenstab, schneller zu entscheiden und konsistenter zu kommunizieren.

Training, Medientraining und Krisenstabsübung

Krisenkommunikation funktioniert nur dann zuverlässig, wenn sie trainiert wird. Ein Konzept allein genügt nicht. Rollen, Prozesse, Freigaben und Botschaften müssen unter realistischen Bedingungen getestet werden.

Geeignete Trainingsformate sind:

Krisenkommunikations-Workshop
Im Workshop werden Rollen, Zielgruppen, Kommunikationskanäle, Botschaften und Freigaben erarbeitet oder überprüft.

Medientraining
Führungskräfte und Sprecherinnen oder Sprecher üben Interviews, Statements, kritische Fragen und Auftritte unter Druck.

Tabletop-Übung
Der Krisenstab bearbeitet ein Szenario Schritt für Schritt. Dabei wird geprüft, ob Kommunikationsprozesse funktionieren.

Krisenstabsübung mit Kommunikationszelle
Die Kommunikation wird aktiv in die Krisenstabsarbeit integriert. Es entstehen Medienanfragen, interne Fragen, Social-Media-Beiträge und Kundenreaktionen.

Cyber-Krisenübung
Bei Cyber-Szenarien werden IT, Datenschutz, Kommunikation, Legal, Geschäftsleitung und Krisenstab gemeinsam getestet.

Social-Media-Simulation
Die Organisation übt den Umgang mit öffentlicher Dynamik, Gerüchten, Kritik und Falschinformationen.

Nach jeder Übung sollten Erkenntnisse dokumentiert und in Konzept, Vorlagen, Rollen und Prozesse überführt werden. Nur so entsteht ein kontinuierlich verbessertes Krisenkommunikationssystem.

Unsere Beratungsleistung für Schweizer Unternehmen

Wir unterstützen Schweizer Unternehmen, Behörden und Organisationen bei der professionellen Entwicklung und Umsetzung ihrer Krisenkommunikation. Unser Ansatz ist praxisnah, strukturiert und auf die realen Anforderungen im Krisenfall ausgerichtet.

Unsere Beratungsleistungen umfassen:

Analyse und Standortbestimmung
Wir prüfen bestehende Konzepte, Kommunikationsprozesse, Rollen, Vorlagen, Freigaben, Krisenstabsstrukturen und Schnittstellen zum Krisenmanagement.

Entwicklung des Krisenkommunikationskonzepts
Wir erarbeiten ein massgeschneidertes Konzept mit Rollen, Verantwortlichkeiten, Prozessen, Kommunikationskanälen, Zielgruppen, Freigaben und Eskalationswegen.

Erstellung von Vorlagen und Hilfsmitteln
Wir entwickeln praxistaugliche Vorlagen für Medienmitteilungen, Holding Statements, Q&A, interne Kommunikation, Kundeninformationen, Social Media und Darksite-Inhalte.

Integration in den Krisenstab
Wir stellen sicher, dass Kommunikation nicht isoliert betrachtet wird, sondern fest in Lagebild, Entscheidungsprozesse und Krisenstabsarbeit eingebunden ist.

Training und Übungen
Wir konzipieren und begleiten Krisenkommunikationsübungen, Medientrainings, Tabletop-Übungen und realitätsnahe Krisenstabsübungen.

Optimierung und Lessons Learned
Nach Übungen oder realen Ereignissen unterstützen wir bei der Auswertung, Verbesserung und Weiterentwicklung der Krisenkommunikation.

Unsere Beratung richtet sich an Unternehmen und Organisationen, die ihre Krisenkommunikation nicht dem Zufall überlassen wollen. Ziel ist eine klare, schnelle und glaubwürdige Kommunikation, die Vertrauen schützt und die Krisenbewältigung wirksam unterstützt.

Krisenmanagement Fachbroschüren

Fragen

Ihre Fragen werden durch unsere Experten für Krisenkommunikation gerne beantwortet.

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